Deutscher Städtetag – Zusammenfassung des aktuellen Positionspapiers 2018

Deutscher Städtetag 2018: Überblick zum Wandel der urbanen Mobilität

Logistik und Personenverkehr in Großstädten werden zunehmend komplexer. Überfüllte Innenstädte sind längst nicht nur in den großen Metropolen des Landes anzutreffen, im Feierabendverkehr erleben viele Ballungsräume Tag für Tag ein größeres Verkehrschaos. Mit seinem aktuellen Positionspapier geht der Deutsche Städtetag 2018 auf diese Entwicklungen ein und fordert einen grundsätzlichen Wandel in der urbanen Mobilität. Konkret wird dies unter den verkehrspolitischen Zielen bis 2030 zusammengefasst, wodurch der Städtetag wichtige Impulse für die Verkehrsentwicklung und Verbesserung der Infrastruktur in Städten setzt. Und das ist auch dringend nötig. Unter dem Motto „Nachhaltige Mobilität für alle“ möchte der Verbund ein Bewusstsein für das stetig wachsende Verkehrsaufkommen schaffen, bevor die ersten Großstädte sprichwörtlich im Verkehr ersticken. Einen großen Anteil am wachsenden Verkehrsaufkommen haben vor allem Paket-Lieferdienste und der allgemeine Wirtschafts- und Warenverkehr. Immer mehr Menschen bestellen online, anstatt Waren vor Ort in Ladengeschäften zu kaufen. Bereits mehrfach gaben Logistiker zu bedenken, allen voran die Deutsche Post, dass die steigende Paketanzahl ein Umdenken erfordert. Die Kurier-, Express- und Paketbranche berichtet allein für das Jahr 2017 über einen Anstieg von 7 % der Anzahl an Sendungen. Sie weist zwar nur einen Anteil von 10 % aller Logistikleistungen in den Städten auf – aber die Paketlogistik macht 50 Prozent aller Logistikwege in den Städten aus.

Der Deutsche Städtetag fordert unterdes, den Wirtschafts- und Lieferverkehr in den Städten mit Hilfen von Elektromobilität und dem Einsatz von Lastenrädern in Innenstadtbereichen umwelt- und stadtverträglicher zu gestalten. Erst vor Kurzem gab Alibaba in China bekannt, selbstrollende autonome Paketboxen entwickelt zu haben, die 24/7 im Einsatz sein können und so erheblich zu einer Senkung des Transportaufkommens beizutragen. So weit ist die Deutsche Post noch nicht, jedoch geht auch sie mit dem elektronischen Street Scooter einen großen Schritt in Richtung Zukunft. Übrigens: wenn Sie als Unternehmen dazu beitragen wollen, die eigenen Kosten zu senken und gleichzeitig Waren effizienter und umweltfreundlicher zu transportieren, dann sollten Sie Ihre Verpackungsprozesse & Kosten optimieren.

Thema Logistik & Transport im Innenstadtbereich im Fokus

Die Zusammensetzung des Verkehrsaufkommens in Innenstädten ist komplex und weist regionale Unterschiede auf. Unabhängig von Gewerbegebieten am Stadtrand oder der Verlagerung von Logistikzentren nahe Auffahrten von Autobahnen und Bundesstraßen bleibt der logistische Verkehr einer der wichtigsten Ansatzpunkte im Innenstadtbereich. Im Rahmen des Positionspapiers wird verdeutlicht, dass 50 % der städtischen Logistik eine Paketlogisitik darstellt. Anwohner, Unternehmen und Geschäfte können und wollen nicht auf die Lieferung von Päckchen und Paketen verzichten, die Auslieferung über sperrige Transporter von Paketdiensten tragen ihren Teil zum Verkehrschaos bei.

Zwischen den Jahren 1991 bis 2015 hat alleine der Güterverkehr im urbanen Umfeld um 66 % zugelegt. Der Personenverkehr in Innenstädten ist ebenfalls gewachsen, jedoch in einem deutlich geringeren Umfang, nämlich lediglich um 28 %. Um die Entwicklung zu stoppen und den Verkehr im urbanen Umfeld weiterhin fließen zu lassen, wird ein Umdenken der logistischen Dienstleister gefordert. Dies gilt vor allem bei Auswahl und Antrieb der Fahrzeuge, die eine gesicherte Auslieferung von Paketen zu Empfängern in Innenstadt gewährleisten sollen.

Mit modernen Fuhrparks die Logistik im Stadtgebiet voranbringen

Das Positionspapier sieht mehrere Ansätze vor, wie einem stärkeren Fortschreiten des Verkehrschaos‘ Einhalt geboten wird. Neben einem größeren Finanzrahmen für öffentliche Investitionen sind die Logistikunternehmen selbst gefordert, durch die Modernisierung und durchdachte Zusammenstellung ihrer Fuhrparks einen Schritt zu leisten. In den Augen des Deutschen Städtetags werden vor allem kleinere und wendige Fahrzeuge benötigt, die weniger Einfluss auf das Verkehrsaufkommen nehmen. Für kleinere Sendungen könnte die Weiterentwicklung von Kurierdiensten verfolgt werden, die schon heute per Rad oder Moped deutlich schneller und umweltfreundlicher durch das Verkehrschaos gelangen.

Als Rahmen für Investition sieht der Deutsche Städtetag einen Betrag von 20 Milliarden Euro im Rahmen der nächsten zehn Jahre vor. Dies wird als absolutes Minimum verstanden, um den akuten Missstand in den infrastrukturellen Begebenheiten deutscher Großstädte zu beseitigen. Bei der bedarfsgerechten Finanzierung werden aktiv Bund und Länder angesprochen, was neben der Finanzierung auch die Projektierung im Innenstadtbereich anbelangt. Eine gesicherte Zuführung der entsprechenden Mittel ist aktuell durch die Politik bis 2019 zugesichert, sollte jedoch unbedingt in den nächsten Jahren weitergehen.

Kommunen und Handel neben der Logistik gefordert

Für die Auslieferung von Paketen und anderen logistischen Gütern in Innenstädten sieht der Deutsche Städtetag nicht nur die Logistikunternehmen in der Pflicht. Hier wird ein ganzheitlicher Ansatz angestrebt, bei dem es zur Kooperation von mehreren Seiten kommen muss. Neben den Logistikern sind die Händler und die Kommunen selbst gefragt, um eine Entflechtung des Verkehrs gezielt voranzutreiben. Das Positionspapier wird so im Idealfall in vielen Städten Diskussionen zwischen den beteiligten Seiten anregen. Ein Angehen des Problems ist nicht aufzuschieben und umso akuter, je größer die entsprechende deutsche Stadt ist.

Weitere Infos zum Thema vom Deutschen Städtetag: