Logistiktrends 2017 in Deutschland

Logistik Trends 2017 – Digitalisierung & Modernisierung der Supply-Chain

2017 neigt sich dem Ende und damit geht auch ein ereignisreiches und herausforderndes Jahr für die Logistik in Deutschland zu Ende, welches im Zeichen einer emissionslosen und digitalisieren Zukunft stand und steht. Als innovativer Hersteller und Großhändler im Bereich Verpackungsmaterialien sind wir eng mit der Logistikbranche und auch mit den intralogistischen Abläufen all’ unserer Kunden verwoben. Damit das auch so bleibt ist es unser Anspruch, uns selbst und auch unsere Kunden über unser Kernsortiment hinaus zu informieren und zu beraten. Der activaTec Blog ist dafür eines der Medien unserer Wahl. Für diesen Artikel haben wir uns mit den bisherigen Trends und Innovationen der Logistik im Jahr 2017 befasst. Vor allem die Digitalisierung & Modernisierung der Supply-Chain und der Intralogistik sind Kernthemen der Entwicklung der Logistik in Deutschland und weltweit.Wie schon die letzten Jahre so war auch 2017 geprägt von den Logistik-Langzeitzielen & Trends:

  • Emissionslose Zukunft / Umweltschutz
  • Power to Gas (PtG) & Power to Liquid (PtL)
  • Digitalisierung & Big Data
  • Digitalisierung des Mittelstands
  • Kundenbindung & Effizienz
  • Individualisierung der Supply-Chain

Grüne Logistik Trends 2017 – der Umweltschutz

 Das Hauptziel des Umweltschutzes und auch der Umweltpolitik bleibt nach wie vor eine emissionsärmere und langfristig eine emissionslose Zukunft der Wirtschaft und Logistik. Und wie es sooft ist, wenn Bürger etwas wollen und Politiker etwas fordern, so ist es am Ende an der Wirtschaft und somit auch an der Logistik, diese Wünsche zu erfüllen und Innovationen zu entwickeln. Zuletzt wurde dieses UN-Klimaschutzziel 2015 in ehrgeizige Zahlen gegossen: bis 2050 will Deutschland seinen CO2-Ausstoß um knapp 90% eindämmen. Das mag ehrbar und sinnvoll klingen, doch da die Landwirtschaft in Deutschland unvermeidlich weiter Treibhausgase produzieren wird, wenn auch zunehmend weniger, wird es eine riesige Herausforderung für die Logistik werden. Denn sie muss die Emission der Landwirtschaft ausgleichen. Das bedeutet: Schluss mit Emissionen. 100% klimaneutraler Transport in Deutschland bis 2050. Aber wie?Oberste Priorität hat in diesem Zusammenhang die Generalüberholung der Supply-Chain Hardware, also der Transportmaschinen wie LKW, Zug, Schiff und Flugzeug. Denn die für die Logistik verwendeten Fahr- und Flugzeuge sind Treibhausgaserzeuger Nummer Eins. Will man also eine emissionslose und grüne Zukunft, so muss man die Transportmittel energieeffizienter und intelligenter machen, ob sie nun auf der Straße, auf Schienen, auf dem Meer oder in der Luft unterwegs sind. Aktuell arbeiten wir vor allem an der schnellen und kostengünstigen Lieferung und der passenden Software dazu. Der Umweltschutz steht aktuell noch im Hintergrund. Doch erste Innovationen und Prestigeprojekte wie die Lieferdrohnen von amazon zeigen wo es in Zukunft hingeht.Die wichtigsten Eckpunkte der grünen Logistik:

  • Elektro Autos & LKWs mit Null-Emission
  • Hybrid-Oberleitungen für Fern-LKWs
  • PtG & PtL Technik
  • Effizientere Distribution

Die wichtigsten Innovationen der grünen Logistik

Elektro-Autos & LKWs sind bereits im Kommen, eignen sich jedoch im Moment nur für den Kurzstreckenverkehr. Eine wichtige Innovation in diesem Bereich ist die sogenannte Hybrid-Oberleitung, die man sich vielleicht am ehesten wie eine Tram vorstellen kann, die dann von Hybrid-LKWs auf der Autobahn genutzt werden kann, während die Batterie dann in leitungslosen Gebieten für die Mobilität sorgt. Ja, Hybrid-Oberleitungen werden für kurzfristiges Verkehrschaos sorgen und das Straßennetz der Zukunft umkrempeln, hat dann aber eine langfristige und positive Wirkung auf die Emissionswerte und Effizienz.Die Power to Gas und Power to Liquid Technologie ermöglicht via Stromzufuhr die Umwandlung von Methan oder Wasserstoff in Kraftstoff, was für eine emissionslose Zukunft derzeitiger Laster sorgen würde, die derzeit mit Diesel und Erdgas fahren. Dies ist, neben den Oberleitungen für Hybrid-LKWs, eine weitere effiziente Lösung für umweltfreundlichere Langstreckenlieferungen.

Paketklebeband & Packband von activaTec setzt auf den umweltfreundlichen PK6-Kleber

Doch der Kern einer wirklich effizienten Logistik der Zukunft ist die datenbasierte Zusammenarbeit aller Sparten, also Digitalisierung und Big Data. Denn ein Hauptgrund für die aktuell noch sehr hohen Emissionswerte ist nicht nur die Tatsache, dass Fahrzeuge CO2 ausstoßen. Das Problem ist, dass Fahrzeuge ineffizient genutzt werden. In der Zukunft wird datenbasierte Warenverteilung dafür sorgen, dass etwa LKWs nur den Transport in schwer zugänglichen Gebieten übernehmen. Also dort, wo Züge, Schiffe und Flugzeuge nicht hinkommen. Aber geht es anders, dann sollte primär auf die wesentlich umweltfreundlichere Schiene gesetzt werden, also auf den Transport via Zug. Die Motivation dazu hat die Politik zum Teil ja bereits geschaffen und das wird sie auch zukünftig tun: erhöhte LKW-Maut und ein attraktiveres, ausgebautes Schienennetz. Übrigens: Umweltschutz fängt im Kleinen an – zum Beispiel mit Paketklebeband & Packband, das auf umweltfreundlicheren und verträglicheren Klebstoff setzt als die Konkurrenz – den original activaTec PK6-Kleber.Fazit für die grüne Logistik: es ist wichtig zu verstehen, dass in diesem Bereich alles aufeinander aufbaut und einander bedingt. Trotzdem müssen alle gleichzeitig damit beginnen. Ohne die Energiewende werden auch Hybrid-Oberleitungen nicht ihr volles Potenzial entfalten können und diese Leitungen werden nicht benötigt, wenn der Emissionsausstoss der LKWs und deren Antriebstechnik nicht weiterentwickelt wird. Gleichzeitig muss das Schienennetz ausgebaut werden, welches aber nur mit maximaler Effizienz genutzt werden kann, wenn Big Data sich weiterentwickelt und die Digitalisierung voranschreitet. Gleichzeitig muss trotzdem die Rentabilität der Transporte gegeben sein. Nur, wenn Waren trotz Umweltschutz und Technologie auch weiterhin rentabel verschifft und transportiert werden und nur, wenn der LKW-Transport neu gedacht wird – nur dann ist eine grüne Zukunft lohnenswert, finanzierbar und machbar. Das geht aus der StudieFinanzierung einer nachhaltigen Güterverkehrsstruktur” des Umweltbundesamtes (UBA) vom Sommer 2016 hervor. Keine leichte Herausforderung. Aber möglich.Die Studie des UBA befasst sich vor allem mit folgenden Punkten:

  1. Entwicklung eines zukunftsorientierten Finanzierungsmodells für den Straßen- und Schienenverkehr, das sich an den Nachhaltigkeits-, Klima- und Verlagerungszielen Deutschlands orientiert. Eine wichtige Grundlage bilden dabei Erfahrungen aus dem Ausland (Ländervergleich)
  2. Analyse und Abschätzung der volkswirtschaftlichen Auswirkungen der erarbeiteten Finanzierungsmodelle und -instrumente im Hinblick auf die Erfüllung der deutschen Klima- und Verlagerungsziele. Nebst den gesamtwirtschaftlichen Wirkungen (Wertschöpfung und Beschäftigung) sind auch die monetarisierten Umweltwirkungen zu ermitteln

Digitalisierung der Logistik 2017

Die Zukunft der grünen Logistik ist unmittelbar mit der Digitalisierung und der Industrie 4.0 verknüpft. Wie sooft ist die USA auf diesem Gebiet Vorreiter. Hier greifen Logistik und Technik schon viel effektiver und tiefer ineinander als in Deutschland, was unter anderem aus dem Logistik-Trend-Index 2017 hervorgeht, an der 100 Experten und Führungskräfte aus Logistik und Transport teilnahmen.

Auszug aus dem Logistik-Trend-Index 2017

Spannende Auszüge der Studie machen zum Beispiel deutlich, dass 92 Prozent der Befragten „nicht abwarten“ möchten, „…bis erprobte Lösungen für Digitalisierung vorliegen“. 54 Prozent befürchten weiterhin, dass Deutschland Marktanteile am technischen Fortschritt an die USA verliert. Auch eine unzulängliche Investitionsbereitschaft des Staates in die digitale Logistik wird von 64 Prozent der Teilnehmer beklagt.Besonders die Auswertung von Big Data, zur besseren Routenplanung und zum effizienteren Tracking, wünschen sich 56 Prozent der Befragten. So könne die Supply-Chain genauer kalkuliert und dokumentiert werden, was Grundvoraussetzung für eine umweltfreundlichere Logistik ist.

Digitale Logistik-Trends 2017

Ein weiterer Grund für die Notwendigkeit digitaler Logistik-Trends ist die sogenannte Generation Z. Die Logistik ist Bindeglied zwischen Produzent und Verbraucher und genau deshalb spielt sie auch eine „Schlüsselrolle in der Digitalisierung“, wie es Frank Appel, Vorstandsvorsitzender der Deutsche Post DHL Group ausdrückt. Onlineshopping wird zum Alltag und mit ihm auch die same-day-delivery. Dies erfordert präziseste logistische und intralogistische Prozesse, die auf den Punkt ineinandergreifen. Das ist ohne Innovation und Digitalisierung nicht möglich.Dazu zählen:

  • Prädiktive Wartung & Analyse
  • RFID zur Objektverfolgung und Steuerung der Intralogistik
  • Lokalisierungstechnologien
  • Selbstfahrende Landfahrzeuge
  • Blockchain
  • Drohnen
  • Vermehrter Einsatz von Wearables (tragbare Computersysteme)
  • Software as a Service (SaaS) & Plattform as a Service (PaaS)
  • Warehouse Management Systeme (WMS)
  • Mobiler Datenzugriff für Mitarbeiter und Kunden
  • 2D-Codes
  • Sensorik zur Überwachung der Lieferkette

Genauere Erklärungen und viele weiteren Infos finden Sie in einer umfangreichen Studie der Bundesvereinigung Logistik. Diese Studie beleuchtet die Supply-Chain der Zukunft aus vier spannenden Perspektiven:

  • innovative Technologiekonzepte
  • Veränderungen in der Wertschöpfungskette
  • veränderte Kompetenzanforderungen sowie
  • neue und angepasste Geschäftsmodelle
Relevanz aktueller Trends in Logistik und Supply Chain Management für die befragten Unternehmen sowie deren Anpassungsfähigkeit an diese Entwicklungen – BVL Studie 2017

Die 15 Trends, die in dieser Studie analysiert und herauskristallisiert werden, beziehen sich also vor allem auf die Digitalisierung interner Geschäftsprozesse und der Intralogistik, Business Analytics, Automatisierung und Dezentralisierung. Doch gleichzeitig sehen sich all‘ die Studienteilnehmer auch vor den gleichen Herausforderungen stehen, welche die Studie als exogene Trends zusammenfasst: Kostendruck, Nachfrageschwankungen, Personalmangel, Risiken, verändertes Kräfteverhalten und Compliance / Staatliche Regulierung. In den USA sind einige dieser Dinge bereits Realität. Zum Beispiel können Warensendungen und deren Liefertermine per App direkt beim Transportunternehmen durch den Empfänger bestimmt werden. Rückläufer und Umwege haben sich bereits erheblich reduziert. Das gleiche sollte man natürlich auch im B2B Bereich sehen, nicht nur im B2C Geschäft.

Die Digitalisierung des Mittelstandes

All‘ die schöne Zukunftsmusik ist natürlich vor allem auch Eines: kostspielig. Sensorik, der Ausbau von Schien- und Straßennetzen, Big Data, Drohnen, SaaS und Paas – das Alles kostet Geld und Manpower. Große Konzerne wie amazon können sich eine moderne Logistik und ihre Trends natürlich leisten. Doch selbst diese großen Unternehmen klagen bereits über Kostendruck und mangelnde Investitionsanreize. Um aber wirklich eine emissionsfreie Wirtschaft zu realisieren braucht man definitiv den Mittelstand. Aber wie soll dieser die Digitalisierung aus eigener Kraft vorantreiben, wenn selbst die Big Player schon an ihre Grenzen kommen? Woher soll das Budget kommen? Welche Anreize und Förderungen gibt es?

Prof. Dr. Chriss Schmiech spricht in seinem Vortrag „Trends für Produktion und Logistik im Jahr 2017“ sehr ausführlich über die Digitalisierung für den Mittelstand. Das Ziel, sowohl für den Mittelstand als auch für Dax 20 Unternehmen ist die Vernetzung aller Dinge.Man muss sich das so vorstellen, dass zukünftig zum Beispiel eine Fertigungsanlage selbst ihre Rohstoffe bestellt, sobald das Lager von alleine gemeldet hat, dass wieder Platz vorhanden ist. Selbstfahrende Roboter, auf Basis von Sensorik und RFID, sorgen für die Warenannahme und bringen den Rohstoff selbstständig zu der Fertigungsanlage, die ihn bestellt hat. Natürlich meldet der Rohstoff sich selbst an, sobald er die Laderampe erreicht hat. Das ist nur ein sehr einfaches Beispiel und die Trends der Logistik der Zukunft gehen noch viel mehr ins Detail. Das obige Videobeispiel vom Online-Käufer, dessen Bestellung direkt in den Kofferraum seines Autos geliefert wird, das vor dem Büro parkt, ist ein weiteres Beispiel aus dem B2C Bereich. All‘ das mit dem Ziel vor Augen, die Welt effizienter, umweltfreundlicher und emissionslos zu machen.Doch Prof. Dr. Schmiech zeigt auch die Herausforderungen auf, vor allem für die Digitalisierung im Mittelstand. Denn sie erfordert:

  • einen Umbau der kompletten Technik, Infrastruktur und auch des Mindsets der Mitarbeiter: selbstfahrende Autos und LKWs, ein Lager, das sich selbst organisiert und das populärer werdende Platooning, bei dem sich komplette Fahrzeuge und Anhänger per Datenkommunikation verbinden, kosten Geld. Eine selbstfahrende LKW-Kolonne wird es geben, aber wird es sie im Mittelstand zum gleichen Zeitpunkt geben wie bei den Konzernen?
  • eine Zusammenarbeit, die über die Verbindung und Kommunikation verschiedener Transportmittel hinausgeht. In Zukunft müssen auch Produzent, Transporteuer und Abnehmer wechselseitig auf die jeweils anderen Daten zugreifen können. Doch nicht nur das; die Daten müssen auch analysiert aus ausgewertet werden – Big Date heißt das Schlüsselwort
  • Fortbildung der Mitarbeiter: der digitale Wandel fasziniert, geht aber auch mit einer konsequenten Umgestaltung des bisherigen Arbeitslebens einher. Die Fortbildung der Mitarbeiter ist kostspielig aber unabdingbar

Die Förderung und Investition seitens des Staates ist also eine Grundvoraussetzung für das Gelingen der Logistik von Morgen.

Fazit zu den Logistik-Trends 2017

Unternehmensstrukturen, Mitarbeiter-Kompetenzen und Transport werden sich grundlegend verändern. Doch bisher tragen die Kosten dafür vor allem die KMUs (kleine und mittelständische Unternehmen) bzw. sie werden mit den Investitionen alleine gelassen, während große Konzerne zum Beispiel von den Mehrkosten der Energiewende zum Großteil befreit werden. Energiewende, e-commerce und logistischer Wandel bedingen einander und sie sind universell. Es wird nicht funktionieren, „zu erst“ die großen Unternehmen zu digitalisieren und das dann irgendwann beim Mittelstand und in der Infrastruktur nachzuholen. Diese Dinge müssen gleichzeitig passieren. Der Wille gilt einer grünen Zukunft, engerer Kundenbindung und mehr Individualität wie z.B. der datengesteuerten Werbung und Kundenkommunikation. Der Weg dorthin führt über Digitalisierung und Technik. Aber gehen müssen ihn alle. Nur so werden wir das Ziel erreichen: eine emissionslose, bessere, schnellere und stärker vernetzte Welt. Außerdem sollte bei all‘ den „Schöne neue Welt“-Technologien nicht vergessen werden, dass der Wandel auch bereits im Kleinen möglich ist. Verpackungsmaterialien von activaTec sind seit jeher mit dem Anspruch produziert worden, für mehr Umweltverträglichkeit und niedrigere Betriebsausgaben zu sorgen. Innovative Materialien und Ideen, die den Verbrauch und Verschleiss von Verpackungen und Waren minimieren sind das Ergebnis unserer täglichen Arbeit.

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