Urbane Logistik 2018 – Herausforderungen der Zukunft

Das stetige Wachsen von Großstädten mit zunehmenden Verkehrsproblemen und die Ausdünnung ländlicher Regionen bringen nicht nur im Alltagsleben und dem privaten Personenverkehr Herausforderungen mit sich. Für Logistikunternehmen und Händler machen es diese Veränderungen notwendig, über neue Konzepte nachzugehen und zukünftige Potenziale im Handel effizient auszunutzen. Die urbane Logistik in Großstädten bringt hierbei andere Probleme als der Warentransport in eher entlegene Gebiete mit sich, der weiterhin wirtschaftlich ablaufen sollte. Aktuelle Studien aus dem Jahr 2018 werfen einen Blick auf die urbane Logistik und zeigen, welche Trends in den nächsten Jahren das Handels- und Transportwesen beeinflussen dürften.

Moderne Logistik an die Kundenwünsche anpassen

Wie sich das Transport- und Versandwesen in Zukunft ändern, hängt primär vom Verhalten des Konsumenten ab. Die Trends der letzten Jahre sind unverkennbar: Das klassische Ladengeschäft vor Ort verliert zunehmend an Bedeutung. Waren aller Produktgruppen werden vermehrt über das Internet bestellt. Damit diese zeitnah beim Kunden ankommen, sind völlig neue logistische Konzepte notwendig, die der wachsenden Zahl an Aufträgen und Bestellungen gerecht werden.

Für den Warenversand in ländliche Regionen ist es für Händler und Logistikpartner vorrangig eine finanzielle Frage, die Aussendung von Paketen & Co. lukrativ zu gestalten. In Großstädten sind ganz andere Probleme gegeben! Vor allem durch das Wachstum der urbanen Bevölkerung und die hiermit verbundenen Verkehrsprobleme. Im steigenden Verkehrsaufkommen werden die wenigsten Logistikpartner auf klassischem Wege die wachsende Zahl an Paketen innerhalb knapper Fristen bis zur Haustüre liefern. Neue Arten des Transports, der Lagerung und Vermarktung von Artikeln sind deshalb zu überdenken.

Intelligente Elektromobilität als potenzieller Schlüssel

Damit der steigende Personen- und Warenverkehr nicht zu Lasten der Umwelt geht, arbeiten große Metropole wie Paris bereits heute an der Umsetzung rein elektrischer Konzepte im Innenstadtbereich. Um die Lebensqualität zu steigern und die Umweltbelastung zu senken, könnten schon in einem Jahrzehnt die Innenstädte der größten Metropole frei von klassischen Autos mit Benzin- oder Dieselmotor sein.

Das Thema Elektromobilität ist neben Einwohnern auch für Händler und Logistikunternehmen wichtig. Ökologisch und sparsam lassen sich Pakete und Handelsgüter durch die Innenstädte transportieren. Das Thema Smart Mobility bietet dabei attraktive Potenziale. Durch die Vernetzung der Fahrzeuge untereinander ist eine Kommunikation zwischen den verschiedenen Fahrzeugen möglich. Stau lässt sich so verhindern und die Transportzeit von Artikeln minimieren.

Die Frage die sich hier stellt ist, welche Priorität intelligente Fahrzeuge aufgrund Ihres Charakters erhalten. Beispielsweise ist es denkbar, Fahrzeugen mit Produktionsgütern eine höhere Priorität als Handelswaren oder autonomen Fahrzeugen von Privatpersonen einzuräumen. Diese Frage stellt sich aktuell noch nicht! Eine intelligente Vernetzung zwischen entsprechend ausgelegten Fahrzeugen muss dafür zuerst realisiert werden. Dennoch wird die zukunftsweisende Elektromobilität entsprechende Gewichtungen ermöglichen – mehr oder weniger im Sinne des einzelnen Kunden oder Käufers.

Intelligentes und mobiles Lagern als Option

Unabhängig von der Verkehrssituation ergeben sich in Großstädten Herausforderungen in der Nutzung des öffentlichen Raumes. Neben Wohn- und Gewerbefläche sind Straßen- und Parkflächen unverzichtbar. Diese stehen über Teile des Tages komplett leer und können logistisch sinnvoller genutzt werden. Die Umwandlung von Freiflächen in mobile Lager ist ein Ansatz, den städtischen Raum besser zu nutzen. Das bietet Unternehmen größere Freiheiten im Umgang mit Handels- und Lagergut.

Ein Fokus liegt auf Parkhäusern und -plätzen. Diese werden über die Nachtstunden weniger gebracht und schaffen große Freiflächen im Stadtgebiet. Freiflächen können so zu Lagerzwecken genutzt werden, sofern das Handelsgut entsprechend gesichert und in einem mobilen Fahrzeug oder Container untergebracht ist. Die Anlieferung just-in-time ist denkbar, sofern das Unternehmen rechtzeitig einen entsprechenden Auftrag erteilt. Auch von dieser Technologie dürften eher Unternehmen bei der Belieferung von Handelsgütern als Privatkunden mit ihren bestellten Paketen profitieren.

Intelligentere Formen des Paketempfangs

Für Privatkunden dürfte die urbane Logistik vor allem die Auslieferung von Paketen erleichtern. Zwei Konzepte sind denkbar und werden bereits heute von einzelnen Dienstleistern und Versandpartnern angetestet. In beiden Fällen ist das Problem zu lösen, dass der Käufer über den Tag hinweg nicht zu Hause ist und sein Paket nicht an der Haustüre in Empfang nehmen kann. Dem Lieferanten das Abstellen des Pakets im eigenen Haus zu ermöglichen, ist ein Lösungsansatz im Zeitalter des Smart-Homes. Über das Smartphone könnte vom Arbeitsplatz aus die Haustüre geöffnet werden, mittels Kamera kann der Lieferant beim Abstellen des Pakets und Verlassen des Hauses beobachtet werden.

Der andere Ansatz ist die Lieferung des Pakets an den Ort, wo sich der Bestellende den Tag über aufhält – an den Arbeitsplatz. Mit einer entsprechenden Software ist die Abwicklung der Bestellung unabhängig von einer festen Postadresse möglich, so dass eine flexible Anlieferung z. B. an die Firmenadresse möglich wird. Wie bei allen der genannten Technologien bleibt abzuwarten, wie diese von Kunden und Firmen gleichermaßen angenommen werden, um eine Entlastung in der urbanen Logistik herbeizuführen.

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Titelbild: Adobe Stock / hallucion_7